Bötschenberg-News 2011

Bundesverdienstkreuz für Manfred Reichert

Der Bundespräsident hat Manfred Reichert das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Der Verdienstorden ist Manfred Reichert am 24.09.2011 im Rahmen einer Feierstunde in der ´Bötschenberg-Schänke` durch den Stellvertretenden Landrat Rolf-Dieter Backhauß überreicht worden. Hier für alle Mitglieder und Freunde des Helmstedter Sportvereins, die an der Feierstunde nicht teilnehmen konnten, die Laudatio des HSV-Vizevorsitzenden Hans-Joachim Nitsche:

Sehr geehrter Herr Backhauß, herzlichen Dank für die Würdigung des Werdegangs, der Leistungen und der Arbeit unseres Vorsitzenden Manfred Reichert. Fast vierzig Jahre ehrenamtliche Arbeit im Zeitraffer darzustellen, ist Ihnen hervorragend gelungen. Um es sportlich zu sagen:

Sie waren mehr als nur Ersatzmann für den Landrat. Wie ich gelesen habe, sind Sie wieder in den Kreistag gewählt worden, Glückwunsch dazu. Ich hoffe daher, Sie bei nächster Gelegenheit wieder als Stellvertretenden Landrat auf dem Bötschenberg begrüßen zu können. Lieber Wolf-Rüdiger Umbach, herzlichen Dank für Deine Worte. Manfred weiß sicher zu schätzen, dass Du nicht nur als Pflichtaufgabe in Deiner Funktion als Präsident des Landessportbundes sondern auch aus langjähriger Verbundenheit zum HSV und zu seinem Vorsitzenden heute den Weg zum Bötschenberg gefunden hast.

Als Dritter und letzter Redner in der Reihe fällt mir die nicht ganz leichte Aufgabe zu, etwas über und zu dem Menschen Manfred Reichert zu sagen, was nicht bereits erwähnt worden ist. Zunächst möchte ich Dir, lieber Alfredo, im Namen des Vorstandes und der großen HSV-Familie zu der hohen Auszeichnung gratulieren und Dir alles Gute wünschen. Mit diesem Orden haben Deine herausragenden Verdienste und Leistungen und Dein unermüdlicher Einsatz für den Sport eine angemessene Anerkennung erfahren. Du hast es verdient.

Der chinesische Philosoph und Staatsmann Konfuzius hat einmal gesagt: Um die Ausübung eines Amtes kümmere sich nur, wer kompetent ist. Als Vorstandsmitglied, das seit nunmehr knapp dreißig Jahren ununterbrochen mit Dir zusammen arbeitet, weiß ich, dass Du Dich wahrlich um den HSV gekümmert und das Amt des Vorsitzenden mit großer Kompetenz wahrgenommen hast. Die große Mehrheit der Vereinsmitglieder sagt deshalb auch, Du warst und bist ein Glücksfall für den HSV; einige wenige behaupten das Gegenteil. Dieser Widerspruch sagt eigentlich alles. Der Vereinsmensch Manfred Reichert ist einer mit einigen Ecken und Kanten. Dein Parteigenosse und wieder neuer Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, würde sagen: Und dass ist gut so. Als ehrenamtlicher Vorsitzender eines so großen Sportvereins, der sein Amt schon über einen so langen Zeitraum ausübt und seine Ziele konsequent verfolgt, kann sich im Grunde genommen nur unbeliebt machen. Um es mit den Worten von Konrad Adenauer zu sagen: Mach Dich erst einmal unbeliebt, dann wirst Du auch ernst genommen. Wer wie Du fast täglich auf dem Vereinsgelände präsent ist, kämpft sozusagen in vorderster Front. Viele Vereinsmitglieder glauben, ihre Kritik und ihren Frust beim 1. Vorsitzenden abladen und ihn für alles verantwortlich machen zu können. Dabei werden oft die Regeln menschlichen Zusammenlebens außer Acht gelassen. Das kostet Kraft und Nerven. Das aktuelle Beispiel Ralf Rangnick ist sicher nicht auf Dich übertragbar, zeigt aber doch, wie schnell ein Mensch unter ständiger Belastung ausbrennt. Wie Du Dich all die langen Jahre mit nimmermüdem Einsatz für den Verein engagiert hast, verdient unser aller Respekt und Anerkennung. Unter Deiner Leitung hat sich der Verein in seiner Struktur, Angebotsvielfalt, Größe und im Finanzrahmen enorm weiterentwickelt. Du hast mit dazu beigetragen, dass der HSV das geworden ist, was er heute ist. Der mitgliederstärkste Sportverein im Landkreis Helmstedt, mit einer schönen Sportanlage und einem breiten Sportangebot, das Du persönlich intensiv nutzt. In Deiner Freizeit treibst Du Sport in der Gesundheits-, Fitness- und Wanderabteilung.

An einem solchen Tag wie heute gilt es auch vor allen Dingen, Dir einmal Dank zu sagen, für Deine ehrenamtliche Arbeit und für die damit verbundenen Spenden. Du hast dem Verein fast vierzig Jahre in den verschiedensten Funktionen Deine Zeit gespendet und Dein erworbenes Fachwissen, auf neudeutsch Know-how, eingebracht. In den letzten Jahren ist die Zahl der im Sport ehrenamtlich Tätigen in Niedersachsen von dreihundert Tausend auf zweihundert Tausend gesunken mit der Folge, dass sich die Zahl der zu leistenden Stunden für den einzelnen erhöht hat. Damit kommt dem Faktor Zeit eine immer größere Bedeutung zu. Eine Studie hat ergeben, dass ein Vorstandsmitglied im Durchschnitt zwanzig Stunden in der Woche ehrenamtlich tätig ist. Bei dieser Stundenzahl kannst Du, lieber Alfredo, nur schmunzeln und Deine liebe Barbara wäre sicher froh, wenn der Berg nicht so oft rufen würde. Hinzu kommt, dass Du nicht nur Vorstandsarbeit leistest. Seit Deinem Ausscheiden aus dem Berufsleben bist Du Mitglied der Donnerstagstruppe geworden, die fast jeden Donnerstag bei Wind und Wetter auf der Anlage Reparatur- und Pflegearbeiten durchführt, und Du kümmerst Dich verstärkt mit Deiner Barbara um die Belange der Vereinsgaststätte, die eine erfreuliche Entwicklung genommen hat. Legt man bei Dir eine realistische ehrenamtliche Wochenarbeitszeit von dreißig Stunden mit einem Stundenlohn von fünfzehn Euro zugrunde, so entspricht das allein in den dreiundzwanzig Jahren als Vorsitzender einer Wertschöpfung von mehr als einer halben Million Euro, die Du dem Verein erspart hast. Alfredo, herzlichen Dank für diese großzügige Spende. Ein genauso wichtiger Faktor wie die Zeit, ist das über Jahre erworbene Fachwissen im Sportbereich. In Zeiten, in der die Politik mit immer neuen Gesetzen und Verordnungen, die Verbände mit Vorgaben und Auflagen und das Steuerrecht die Vereinsarbeit immer mehr erschweren, ist dieses Wissen von unschätzbarem Wert. Damit war es Dir auch möglich, das Vereinsschiff um manche Klippe zu steuern. Oft hast Du über das Handeln der Politiker und Funktionäre nur den Kopf geschüttelt oder Deinen Unmut geäußert, manchmal etwas zu lautstark.

Ich hoffe, lieber Alfredo, dass Dir die heute zuteil gewordene Auszeichnung neue Motivation für Dein Amt und Deine Arbeit gibt. Nicht nur das einhundert jährige Vereinsjubiläum in zwei Jahren, sondern auch der immer enger werdende Finanzrahmen, die allgemeinen gesellschaftlichen Trends und der demographische Wandel, der auch vor dem HSV nicht halt gemacht hat, werden vom Vorstand totalen Einsatz erfordern. Es gilt für die Zukunft des Vereins wichtige Entscheidungen zu treffen, auf deren Weg die Mitglieder einbezogen und mitgenommen werden müssen. Ein sicher nicht leichter Weg. Es wird der Spagat zwischen Hauptamtlichkeit und Ehrenamt versucht werden müssen.

Zum Schluss gilt mein besonderer Dank Deiner lieben Ehefrau. Liebe Barbara, ich weiß, dass es die ganzen Jahre nicht immer einfach war, den Ehemann mit dem HSV zu teilen. Ich kann mir vorstellen, dass Du Dir insgeheim oft gewünscht hast, Alfredo möge mehr Zeit mir dir als auf dem Berg verbringen. Aber ohne Dein Verständnis über die Vereinsarbeit von Alfredo und Deine Mithilfe in der Vereinsgaststätte wäre einiges nicht möglich gewesen. Als ganz kleine Entschädigung darf ich Dir diesen Blumenstrauß überreichen. Nochmals vielen Dank.

Der Helmstedter Sportverein gratuliert seinem Vorsitzenden zu der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande. Mit dieser hohen Auszeichnung haben die hervorragenden Verdienste und Leistungen von Manfred Reichert sowie sein unermüdlicher Einsatz rund um den Sport eine angemessene Anerkennung und Würdigung erfahren. Herzlichen Glückwunsch und weiterhin alles Gute.

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