Bötschenberg-News 2012

Die Zukunft der Sportvereine

In einem bemerkenswerten Artikel in den Vereinsnachrichten 2012 äußert sich der Vorsitzende des Helmstedter Sportvereins, Manfred Reichert, über die Zukunft der Sportvereine: "Wenn die Sportvereine weiterhin eine Zukunft haben wollen, führt an Fusionen und bezahlten Mitarbeitern auf der Vorstands- und Abteilungsleiterebene kein Weg vorbei.

Die katastrophale Finanzsituation der Gemeinden bringt es an den Tag: Mit dem Wegfall der finanziellen Unterstützung durch Landkreise, Städte und Gemeinden können die Sportvereine nur über eine engere Zusammenarbeit oder durch Fusionen weiter existieren. Durch die fortschreitende Umstrukturierung der Schullandschaft in Ganztagsschulen wird der Staat den Sportvereinen die Nabelschnur abschneiden. Immer weniger Jugendliche werden den Weg in die Sportvereine finden. Ein weiteres Problem ist die mangelnde Bereitschaft vieler Vereinsmitglieder, ehrenamtlich im Sportverein tätig zu sein. Man kann jetzt lange darüber philosophieren und lamentieren, warum diese Entwicklung so ist - übrigens nicht nur im Helmstedter Sportverein, sondern überall. Wir müssen diese Entwicklung als gegeben hinnehmen und nach Lösungen suchen. Wir haben bei uns im Verein in der Fitnessabteilung und der Abteilung Gesundheitssport schon Lösungen gefunden. Für die 1.000 Mitglieder in diesen beiden Abteilungen haben wir regelmäßige Sprechstunden eingeführt, die von bezahlten Mitarbeitern durchgeführt werden. Anders wird es zukünftig auch in anderen Abteilungen nicht mehr gehen. Und diese Mitarbeiter müssen durch die Abteilungsmitglieder über höhere Abteilungsbeiträge bezahlt werden. Das größte Problem ist aber die mangelnde Bereitschaft der Mitglieder, sich für Vorstandposten im Verein zur Verfügung zu stellen. Alle drei Großvereine im Landkreis Helmstedt - der Helmstedter Sportverein, die TSG Königslutter und der TSV Helmstedt - haben damit gleiche Probleme. Zu viele Aufgaben, zu viel Arbeit, zu viel Verantwortung und die Haftungsfragen der geschäftsführenden Vorstandsmitglieder machen es zwischenzeitlich unmöglich, für diese Posten geeignete Nachfolger zu finden. Man wird keinen Manfred Reichert, keinen Manfred Becker, keinen Hans-Joachim Nitsche (alle HSV), Jürgen Gehrke (TSG) oder Wolfgang Kalisch (TSV) mehr finden. Man wird die Probleme nur durch einen bezahlten Geschäftsführer und durch bezahlte Kräfte auf der Abteilungsleiterebene lösen. Alle anderen Vorschläge sind nur ´Heiße Luft`. Darum gilt zum Jahresende denen mein besonderer Dank, die sich seit langer Zeit engagiert in die Vereinsarbeit einbringen, nämlich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den ehrenamtlich Tätigen, den Vorstandsmitgliedern, den Abteilungsleitern, der Donnerstags-Truppe sowie allen Betreuern und Helfern."

Quelle: HSV-Vereinsnachrichten 2012

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