Archiv 1913 bis 2008

Hannover 96 auf dem Bötschenberg

Der Helmstedter Sportverein konnte Pfingsten mit über 2.000 Zuschauern auf dem Bötschenberg einen Amateurliga-Rekordbesuch verzeichnen. Dass der Helmstedter Sportverein gegen die Vertragsspieler von Hannover 96, dem Deutschen Meister des Jahres 1954, einen schweren Stand haben würde, war von vornherein klar. Entscheidend sollte aber die Schönheit des Spieles sein, die Technik und das, was man von guten Mannschaften sonst in Freundschaftsspielen erwarten kann.

Den Hannoveranern ist das bestens gelungen. In der ersten Halbzeit ersetzte der Helmstedter Sportverein durch unermüdlichen Einsatz aller Spieler die fehlenden technischen Mängel. Das Spiel blieb durchaus offen und die Helmstedter blieben im Kampf um den Ball wiederholt Sieger, obwohl das planvollere Zusammenwirken ganz ohne Zweifel bei den Hannoveranern lag, die in der elften Minute durch ihren Rechtsaußen Wewetzer zum ersten Treffer gekommen waren. Groß war der Jubel als Wolfgang Baukus nach einer Maßflanke von Otto Quast zehn Minuten später den Ausgleichstreffer erzielte. Hannover 96 ließ sich aber das Heft nicht aus der Hand nehmen, ohne nun sonderlich überlegen zu sein. Kurz vor dem Seitenwechsel unterbrach ein Gewitterplatzregen den Kampf für eine Viertelstunde. Nach Wiederbeginn waren die Hannoveraner wieder wie ausgewechselt. Ihr Spiel lief immer zügiger und der Helmstedter SV hatte jetzt stark zu verteidigen. Trotz tapferer Gegenwehr konnte die HSV-Abwehr aber nicht verhindern, dass die Gäste innerhalb von zwanzig Minuten durch Schott nicht weniger als viermal erfolgreich waren. Ein Tor ergab sich nach immer ideenreicheren Kombinationen als das andere. Kein Tor entsprang etwa Deckungsfehlern der Helmstedter Hintermannschaft. Mit 5:1 lag der HSV hoffnungslos hinten und da ließ es auch Hannover 96 langsamer angehen. Sie erhöhten aber noch durch Wewetzer auf 6:1, bevor der HSV in der 85. Minute einen Elfmeter zugesprochen erhielt, als Jahns einen schnellen Helmstedter Flankenangriff nur noch mit der Hand stoppen konnte. Karl-Heinz Ringel verwandelte sicher und verkürzte auf 6:2. Hannover 96 spielte mit Stiller; Fastnacht, Eisner; Kühn, Jahn, Schicks; Wewetzer, Wiczorek, Miltz, Schott und Korff. Der HSV trat an mit Brettin; Vollenschar, K. Baukus; Ringel, Bunk, Elsner; Holtappels (Kirchhoff), W. Baukus, Franz, Quast und Plewka.

Quelle: Braunschweiger Zeitung

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